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Gamestar Interview mit Jeff Morris
Skelly -- 28.02.2007 -- 19:05
UT3

Jeff Morris ist Producer für Unreal Tournament 3. Seine Laufbahn begann vor zehn Jahren bei Origin; dann arbeitete er bei Firaxis, unter anderem als Produzent von Civilization3.
2004 wechselte er zu Epic Games.




Gamestar: Jeff, warum bekommt ein Multiplayer-Shooter wie UT auf einmal eine Kampagne?

Jeff Morris: Weniger als die Hälfte aller Käufer von UT2004 hat jemals Online gespielt. Ehrlich gesagt: Wir glauben, dafür war der Solo-Part des Spiels nicht gut genug. Also verbesern wir ihn mit Unreal Tournament 3.

Gamestar: Wie?

Jeff Morris: Wir erzählen eine Handlung, eine Rache-Geschichte. Ihr spielt auf der Seite der Axon; das sind Mega-Firmen, die das All beherrschen. Im Laufe der Kampagne geht ihr verschiedene Bündnisse ein. Die Erzählung verweigt sich je nach eueren Entscheidungen.

Gamestar: Man kämpft gegen die Necris?

Jeff Morris: Nicht von Anfang an, sondern erst etwa ab der Hälfte der Kampagne. Die Firmen wetteifern um neue Kolonien. Dabei stoßen sie mit den Necris zusammen, die beginnen die Firmensitzungen zu überfallen. Das spiegelt sich in den Karten wieder. Im Gelände, das den Necris gehört, ist die Natur zerstört, und die Gebäude sind zugewuchert, und man sieht die riesigen Adern, die von den Mutterschiffen im Orbit in die Erde führen und das Land auf Dauer verseuchen.

Gamestar: Wie umfangreich ist denn eigentlich die Kampagne?

Jeff Morris: Wir bauen 12 Waffen und mehr als 15 Fahrzeuge ein. Die werden dann nach und nach freigeschaltet. Wir planen zwischen 30 und 40 Karten. Man wird rund 15 Stunden daran spielen.

Gamestar: Unreal Tournament ist ein Teamspiel. Auch in der Kampagne?

Jeff Morris: Ja, ihr seid der Truppenführer und habt Kameraden an eurer Seite. Denen könnt ihr einfache Anweisungen erteilen, etwa "Hol mir den Redeemer!" Oder ihr besetzt das Geschütz des Hellbenders und befehlt einem Kollegen, "Fahr mich zur Basis!" Das alles geht direkt über die Sprachsteuerung, wie schon in UT2004. Nur dass diesmal perfekt funktioniert.

Gamestar: Wenn ich in der Kampagne getötet werde...?

Jeff Morris: ...dann respawnst du in deiner Basis. Du musst den Level nicht von vorn beginnen.

Gamestar: Klingt mehr wie eine Multiplayer-Partie mit Bots.

Jeff Morris: Es soll sich ja auch anfühlen wie ein Multiplayer-Spiel.

Gamestar: Was macht die Kampagne dann besonders?

Jeff Morris: Die Handlung und die Aufgaben. Eines der späteren Ziele ist zum Beispiel, die Tarntechnologie der Necris zu stehlen, um die eigenen Fahrzeuge damit auszurüsten. Deine Kollegen haben allesamt eine eigene Persönlichkeit. Wir erzählen dazu die Geschichte in Zwischensequenzen in der Spielgrafik.

Gamestar: Haben die Bots dazu gelernt?

Jeff Morris: Wir haben ihnen beigebracht, daneben zu schießen wie ein Mensch - nicht durch Zufallsstreuung, sondern auf der Basis dessen, was um den Bot herum passiert. An der KI arbeitet Steve Polge, der Mann, der den legendären Reaperbot für Quake entwickelt hat.

Gamestar: Seit wann arbeitet ihr an UT3?

Jeff Morris: Seit Januar 2005.

Gamestar: Und fertig wird das Spiel...?

Jeff Morris: Wenn`s ferig ist. Wir sind eine "When it`s done"-Firma.

Gamestar: Warum dauert das so lange?

Jeff Morris: Was eine neue Engine leistet, zeigt sich erst, wenn man ein Spiel damit entwickelt. Dann stellt sich auch heraus, ob Dinge fehlen. Wir wollten zum Beispiel Decals auf den Skeletals meshes haben, also Blutspritzer auf den Figuren. Das war in der Engine nicht vorgesehen. Wir mussten es nachträglich einbauen. Es dauert sehr lange, Dinge in der Unreal Engine 3 zu erstellen. Bis eine einzige Spielfigur komplett fertig ist, können 2 Monate vergehen.

Gamestar: Shooter-Fans spielen Counter Strike und Battlefield. Warum sollten sie zu UT3 wechseln?

Jeff Morris: UT3 ist anders. Wir haben ein ausgesprochen kurzes "Zeit bis zur Action"-Verhältnis. In Battlefield vebringst du schon mal 2 bis 3 Minuten, bevor du beim Kampf ankommst. Wir lösen das mit dem Hoverboard.

Gamestar: Dein Lieblingsfahrzeug?

Jeff Morris: Der Dark Walker. Kaum hatten wir dieses Vehinkel mit Beinen erschaffen, da begannen unsere Spieler auch schon darunter zu rennen. Du kannst auf Tastendruck vortäuschen, tot zu sein. Also legst du dich hin, wartest, bis es über dich hinwegstapft, und schießt ihm dann von unten zwischen die Beine.

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